Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist für mich eine kostbare Zeit, die ich größenteils freihalte und in der ich mich zurückziehe, um ein Fazit zu ziehen. Ich gehe viel spazieren, blättere aufmerksam meinen Jahreskalender durch und reflektiere meine Unternehmungen, meine Projekte, meine beruflichen und privaten Erlebnisse. Nicht fehlen darf ein Blick in meine Kladde, in die ich seit 2012 fortlaufend gelesene Bücher eintrage. Seit vielen Jahren geht das so. Doch dieses Jahr ist eine Sache neu: Ich habe einen öffentlichen Jahresrückblick 2025 geschrieben.
Es gab seit Sommer 2025 bereits einige Monatsrückblicke, auch diese waren öffentlich. Warum? Das hat mit meiner Entscheidung zu tun, mein Ich, mein Was, mein Warum weiter zu entwickeln und auch sichtbar zu machen. 2025 wurde dann rasch schwerpunktmäßig mein Jahr der Sichtbarkeit. Mit allem, was dazu gehört: Aufregung, Zweifeln, Überforderung, Fragen wie „Was habe ich eigentlich zu sagen?“, Wer will das lesen?“, „Ist das relevant, gut genug, vielleicht zu privat?“
Ich habe mich diesen Fragen gestellt und immer weitergemacht. Mit Blick über schneebedeckte Dächer in Kassel beende ich nun meinen Jahresrückblick und zeige einmal mehr: Hier bin ich. Der Zeit- und Energieaufwand meiner Projekte 2025 war RIESIG. Doch ich freue mich, dass ich diesen Weg gegangen bin. Denn ich habe viel erlebt und noch mehr gelernt. Ich habe Schreibwerkstätten an neuen Orten gegeben, einen Blog gestartet, einen Newsletter aufgesetzt, Social Media bespielt… Blogartikel für Blogartikel, Post für Post bin ich mutiger geworden. Ich lernte also „sichtbarer werden“.
Meine Themen und Highlights in 2025
Mehr Sichtbarkeit als Herausforderung
Ich kann ziemlich gut und glücklich einfach so vor mich hinarbeiten, meine Themen erforschen, Texte schreiben, Fotos machen, mich weiterbilden und vernetzen – und dabei wunderbar unsichtbar sein. Aber hej, ich habe über viele Jahre Erfahrungen und Expertise erworben und einiges zu bieten, das andere inspirieren und bereichern kann. 2025 habe ich entschieden, mich mehr in dem zu zeigen, was mich ausmacht und was mich hinter den Kulissen schon lange und intensiv beschäftigt. Eine Kleinigkeit? Für mich nicht. Ich mag es ruhig und konzentriert. Ich bin eher introvertiert, obwohl ich kommunikativ bin.
Für den Extra-Schub an Motivation und Konsequenz habe ich mich Anfang Juli „The Content Society“ von Judith Peters angeschlossen. Eine gute Entscheidung, ich wäre ohne diese Community nicht halb so weit gekommen in meinen Vorsätzen. Gleichzeitig kam ein Stein ins Rollen, dem ich nur springend und tanzend folgen konnte. Sichtbarkeit bringt auch Unruhe und Ablenkung, denn es folgen Mails, Kommentare, Anfragen, Challenges. Die zweite Jahreshälfte war dadurch turbulent.
Mit dem Ergebnis der Aktivitäten bin ich zufrieden. Zwar bin ich noch weit entfernt von wirklicher Social Media Unbefangenheit, und Talking Heads und Reels findet man bei mir (bisher?) nicht. Doch es ist erstaunlich und erfreulich, wie viel mehr geht, wenn man wagt, sich mehr zu zeigen. Wie schnell sich Türen öffnen und wie schnell Nähe zu völlig unbekannten Leser*innen entsteht.
Die Kehrseite dieser Sichtbarkeits-Challenge: Ich erlebe mich als noch viel ablenkbarer als gedacht… Und ich hatte im zweiten Halbjahr deutlich weniger Zeit zum Lesen von Büchern – was mich unzufrieden macht. Jetzt weiß ich noch besser: Ich brauche nach Momenten der Öffentlichkeit regelmäßig (und umso mehr) Ruhe, Rückzug und Natur. Dann tauche ich auch gern wieder auf und zeige mich.
Ich habe einen Blog gestartet
Keine Ahnung wie viele Jahre ich bereits über einen Blog nachgedacht hatte und warum es sooooo lange gedauert hat, bis ich ihn endlich umgesetzt habe. Im Rahmen meiner Sichtbarkeitsoffensive im Juli 2025 war es dann endlich soweit. Ich drückte aufs Knöpfchen und der erste Blogartikel ging online. Und seitdem fühlte ich mich im doppelten Galopp unterwegs. Ich habe endlich ein Ventil und einen Ort für die Themen, die permanent durch meinen Kopf rasen und im Journalismus keinen Raum fanden. Gleichzeitig habe ich – Überraschung! – nicht mehr Zeit zur Verfügung. Ein Problem, das mich unausweichlich ins neue Jahr begleiten wird.
Es macht mir unbändigen Spaß, Blogartikel zu schreiben. Vieles, was mich schon lange innerlich antreibt und beschäftigt, darf ans Licht. Und wenn hier das Wort „Licht“ fällt, sind wir schon wieder beim Thema Sichtbarkeit… Immer wieder die Frage: Was ist nicht nur wirksam, sondern gleichzeitig ehrlich, relevant und machbar? Für den Blog muss ich entscheiden, welche Themen ich bearbeite und wie viel Esther ich zeige. Im Text und auch im Bild.
In meinen Fun Facts vom 26. Juli 2025 steht, dass mir Selfies ein Graus sind (Punkt 46). Das stimmt Anfang Januar 2026 weiterhin, doch ich komme im Blog nicht ohne sie aus. Ich weiß noch nicht, wie ich dieses Dilemma lösen werde. Beiträge ohne Gesicht und persönliche Fotos erhalten deutlich weniger Aufmerksamkeit, also auch weniger Sichtbarkeit für mich. Also muss ich da wohl in den sauren Apfel beißen. Ich versuche mich allmählich an Selfies zu gewöhnen und sie dort einzubauen, wo es sinnvoll ist. Aber natürlich bleibt mein Anspruch, möglichst gute Fotos zu machen, nicht nur zweckmäßige, schnelle Fotos. Je früher ich mich wieder meinen Inhalten zuzuwenden kann, desto wohler fühle ich mich.
Ein Jahr des wilden Lernens
Ich lerne mit Begeisterung und arbeite mich gern in neue Themen ein. Doch selten hat ein Jahr mir so viel Lernstoff präsentiert wie 2025. Am meisten und am verlässlichsten lerne ich schon immer aus Büchern. Eine bunte Mischung aus Fachbüchern, philosophischen und politischen Werken, Romanen, Essays, Jugendbüchern und Gedichten führt zu einer wilden Mischung aus Wissen. Sowas mag ich. Die zweite Lernquelle sind Begegnungen und Gespräche mit Menschen. Möglichst viele Berufe, Altersstufen, Gesellschaftsklassen, Kulturen, Orte, Museen…. du ahnst es. Die dritte Lernquelle: Fortbildunden, Vorträge, der Austausch mit Kolleg*innen und Hören des Deutschlandfunks. Und viertens: Lern-Apps. Von allem gab es reichlich im Jahr 2025. Einen Einblick bekommst du im Abschnitt „Mein 2025 in Zahlen„.
Hier gehe ich nur auf die Themen ein, die mit meiner Entscheidung zu mehr Sichtbarkeit zu tun haben: 6 Monate lang wöchentliche Live-Calls, Lernen von neuen Tools, Einarbeiten in neue Plattformen, Überdenken und Überarbeiten von der vorhandenen Website, Web-Profilen, Ausbau und Nutzung von Social Media, Teilnahme an Blog-Challenges, Ansehen von Lernvideos… Es war ein Wechsel zwischen Euphorie und Erschöpfung, Klarblick und Null-Checkung. Unter dem Strich habe ich viel Neues gelernt und Vergessenes wieder aufgefrischt (Stichwort: Französisch).
Das habe ich 2025 zum ersten Mal erlebt
Zum ersten Mal habe ich einen digitalen Adventskalender angeboten. Es war sehr viel mehr Arbeit als erwartet und geplant. Gleichzeitig hat es so viel Freude gemacht und fast alle der neuen 140 Abonnent*innen sind an Bord für meinen regulären Newsletter geblieben.
Meine erste Foto-Ausstellung in Kassel fand gleich in der Prachtstraße Wilhelmshöhe Allee statt. 🙃 Mehr zu dieser Ausstellung kannst du in meinem Monatsrückblick September lesen.
Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben eine Lungen- und Rippenfellentzündung. Sowas braucht kein Mensch! Erst recht nicht, wenn man gerade mittem im Launch eines neuen Angebots ist.
2025 habe ich erstmals ein Windtelefon genutzt. Ich musste dazu nicht zum Original nach Japan reisen, denn es gibt jetzt auch eins auf dem Hauptfriedhof in Kassel. Ich finde den Gedanken schön, dass der Wind ein Telefonat mit einem Verstorbenen herstellt.
Besondere Momente 2025 in Bildern











mit meiner Schwester gewandert







Mein 2025 in Zahlen
- 42 gelesene Bücher (im Vorjahr: 50 Bücher). Hier geht’s zur Titelliste für das erste Halbjahr 2025.
- 16 veröffentlichte Blogartikel seit Blogstart im Juli
- 140 neue Newsletter-Abonnenten durch meinen Adventskalender
- 11 neu kennengelernte, ab dann aktiv genutzte Tools/Plattformen (Duolingo, Merlin Bird, Publer, Insta, Canva, Active Campaign, Google Search Console, Google Analytics, Koko Analytics, Mighty Networks, Buy me a Coffee)
- 5 realisierte Reportagen zum Thema Natur, Umweltschutz, Wissen, Entdecken, Lernen (Brot, Lernacker, Hummeln, Mohn, Pilze)
- 40 (!) verschiedene Vögel an nur 3 Tagen gesichtet oder gehört, während meiner Wanderung auf dem Grünen Band. Ich liebe die App Merlin Bird!


- 8 Fortbildungen besucht, davon 3 analog, 5 digital (alle 777 Inputs von The Content Society zähle ich als 1 Fortbildung :-))
- Ich war 3x in München, 1x in Hamburg, 1x in Berlin, 1x in Luxemburg-Stadt, 1x in Wien, 1x in Frankfurt, 3x in Würzburg, 1x auf Amrum, 1x auf der Ebernburg, 1x am Chiemsee
- Es ergaben sich 12 teils unerwartete Treffen mit langjährigen Freunden, die in anderen Städten, in anderen Ländern oder auf anderen Kontinenten wohnen. Es war sehr viel für ein Jahr, aber großartig!
- Ich habe im Jahr 2025 durch Bahnfahren 1732kg CO2 eingespart

- Im August habe ich 3 Kaffeehäuser in 20 Stunden besucht, natürlich in Wien!
- Ich habe im Oktober beschlossen, mein Französisch aufzufrischen. Mein Duolingo-Streak seitdem: 85 Tage in Folge, mein aktueller Duolingo-Score Ende Dezember: 33.


Themen, die mich 2025 sehr beschäftigt haben
Gewalt gegen Frauen / Femizide
Fast jeden zweiten Tag wird eine Frau in Deutschland Opfer von Gewalt oder Mord. Am 20. November 2025 stellten das Institut für Kriminologie der Universität Tübingen und das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen die Studie ,,Femizide in Deutschland“ vor. Die Details sind nachzulesen auf dem Portal MyScience oder auf der Website der Uni Tübingen.
Mich machen diese Zahlen fassungslos und wütend. Einerseits geht einem Tötungsdelikt oft jahrelange Gewalt innerhalb einer Beziehung voran, andererseits gibt es noch immer nicht genug Frauenhäuser, um schutzbedürftigen Frauen Zuflucht zu bieten. Ich möchte hier unbedingt auf das Thema aufmerksam machen und auch einige Organisationen und Websiten nennen, deren Engagement ich schätze und die Unterstützung in der Sache benötigen. Je mehr Personen diesem Thema dauerhaft Aufmerksamkeit schenken, ihr Umfeld sensibilisieren, den Aufbau von Infrastruktur finanziell ermöglichen und sich persönlich positionieren, desto mehr Frauen kann geholfen werden.
- UN Women Orange the World Kampagne (Informationen, Flyer, Plakate)
- Frauenhauskoordinierung e.V. (Aufklärung, Hilfetelefon, Fachberatungsstellen und Frauenhaussuche bundesweit)
- Geste als Notsignal bei Häuslicher Gewalt (möglichst viele sollten sie kennen, um einen stillen Hilferuf zu verstehen und Hilfe organisieren zu können)
- Orange Tram in Kassel, eine auffällige Anti-Gewalt-Tram der Kasseler Verkehrsgesellschaft, die seit 2024 auf allen Linien der Stadt fährt und Info-Material zur Aufklärung an Bord hat
- Soroptimistinnen (SI), Club Kassel-Elisabeth Selbert (Initiatorinnen der Orange Tram in Kassel und weiterer wichtiger Projekte für Frauen)
Obdachlosigkeit
Seit rund 2 Jahren denke ich vermehrt über die sichtbare Armut auf unseren Straßen nach. Auch die Diskussionen über bezahlbaren Wohnraum besonders in Großstädten verfolge ich. Warum? Erst kürzlich wurden wieder Kältebusse der Berliner Stadtmission angezündet und völlig zerstört. Obdachlose werden oft auch körperlich angegriffen, getreten oder angezündet. Ich will kapieren, warum ein Land wie Deutschland hier keine wirksamen Maßnahmen ergreift. Und ich versuche einen persönlichen Umgang mit der Thematik zu finden. Denn oft genug bin ich überfordert mit dem Anblick von armen, drogenkranken und obdachlosen Menschen und von alten Menschen, die nach Pfandflaschen in Mülleimern suchen.
Um es gleich zu sagen: Das Thema bleibt für mich schwierig, aber ich möchte nicht zu einer Person werden, die durch arme Menschen hindurchblickt, sie wie Luft behandelt. Ich bin 2025 ein paar Schritte weiter gekommen. Mit einem alten Obdachlosen in Kassel bin ich ganz überraschend in interessante Gespräche geraten und gebe ihm regelmäßig einen Kaffee aus. Ich sehe vieles mit neuen Augen. Geholfen haben mir dabei unter anderem auch folgende Quellen:
- das Buch Unter Palmen aus Stahl von Dominik Bloh (kein sprachliches Meisterwerk, aber inhaltlich sehr empfehlenswert)
- das Hörspiel „Jähnicke kehrt zurück“ vom Deutschlandfunk
- etliche Zeitungsartikel zum Thema Obdachlosigkeit
- Berichte über Dusch-Busse in Hamburg und ein Duschmobil für obdachlose Frauen in Berlin.
Pflegenotstand
Von den 77 weiteren Themen, die mich beschäftigen, wähle ich ein drittes aus: den Pflegenotstand. Seit über 18 Jahren, seit ich selbst 3 Jahre in der Altenpflege gearbeitet habe, schreibe ich Artikel über Pflege. Mich frustriert das Thema immer mehr, denn es wird viel geredet und nichts wird besser. Es gibt keine bundesweite Debatte und schon gar keinen Durchbruch zu vermelden. Dabeit ist offensichtlich: Die Strukturen taugen nicht, um kranke und alte Menschen gut und auch würdevoll zu versorgen. Betroffene, ihre Angehörigen, Pflegekräfte, auch Ärzte – sie alle kämpfen sich ab und werden zerrieben.
Kleine Statistik am Rande
In der Neujahrsansprache unseres Bundeskanzlers kamen die Begriffe Pflege, Gesundheit, Einsamkeit, Armut, Existenz, Wohnen/Wohnungsmarkt, Obdach, Würde, Femizid und Vision jeweils NULL mal vor.
Stattdessen: Wirtschaft (5x), Sicherheit (7x), verteidigen/Verteidigung (4x), Wohlstand (4x) und Migration (3x).
Mein Fazit für 2025
Diese wichtigen Lektionen hat mir 2025 mitgegeben
Mehr Sichtbarkeit tut mir nicht weh. Im Gegenteil! Ich habe seit meiner Sichtbarkeitsoffensive ab Mitte 2025 riesige Fortschritte gemacht. Persönlich, technisch, beruflich. Danke an Judith Peters für die richtigen Worte und Impulse zum richtigen Zeitpunkt. Ohne die wöchentlichen Energie- und Ideeninfusionen wäre ich diesen Schritt nicht so erfolgreich gegangen.
Weniger ist mehr. Es tut mir gut, mich zu reduzieren, Reize zu minimieren, in mich hineinzuhören und mich nicht von Ereignissen und vermeintlichen Dringlichkeiten treiben zu lassen – auch nicht von den wöchentlichen Blog-Empfehlungen und den dann einprasselnden unzähligen Blogartikeln der Content Society. 😂
Mehr ist auch mehr. Ich brauche Vertiefung und Zeit. Wenn ich ein Thema angehe, gibt’s kein Schnell-Schnell oder halbherzige Artikel oder Mails ohne Anrede, Sinn und ordentlicher Verabschiedung. Was ich (mal wieder) festgestellt habe: Es lohnt sich, mehr zu geben, tiefer zu lesen und nachzudenken. Es kommt vielfach zurück – oft auf ganz unerwartete Art und Weise.
Nichts ist selbstverständlich. Schon gar nicht die eigene Gesundheit. Es ist wichtig, sich regelmäßig darauf zu besinnen.
Das waren meine größten Herausforderungen in 2025
Fokus behalten, mich nicht verzetteln in den vielen schönen Plänen. Eine wiederkehrende Herausforderung für mich – Jahr für Jahr für Jahr.
Ich hatte große Mühe, meinen digitalen Adventskalender zu Ende zu bringen, nachdem mich eine Gesundheitskrise aus der Bahn geworfen hatte. Dabei hatte ich ordentlich die Werbetrommel gerührt und 140 Personen hatten sich angemeldet. Natürlich musste (und wollte!) ich liefern. Als meine Schmerzen losgingen (am 25.11.) hatte ich ein Drittel des Adventskalenders fertig und „scharf gestellt“. Der Rest war skizziert als ich drei Tage später in die Notaufnahme gefahren bin und die Sache den Namen „Rippenfellentzündung“ bekommen hat.
Nach meiner Entlassung aus der Klinik hatte ich beim Adventskalender immer drei Tage Vorsprung. Den Rest meiner Impuls-Mails habe ich nach und nach fertiggestellt. Der Faden ist nicht abgerissen. Und ich bin doppelt stolz, dass ich diese Challenge gemeistert habe. Viele Dinge meiner To-Want-Liste für das 4. Quartal 2025 konnte ich unter diesen Umständen allerdings nicht umsetzen… es gibt viele rote Kreuze statt lauter grüner Haken. Dabei war ich lange ziemlich gut dabei.
Was ist 2025 richtig gut gelaufen?
Mein digitaler Adventskalender! Ich habe mich relativ kurzfristig dazu entschlossen, die Technik gemeistert, Leute dafür interessieren können und ihn 24 Tage lang liebevoll bestückt und per Mail verschickt. Von Tag eins an habe ich begeisterte Rückmeldungen bekommen, per E-Mail, WhatsApp, Insta, LinkedIn, persönlich.
Manchmal bekam ich mehrere Dankeschöns pro Tag, auch „Arbeitsproben“ in Form von umgesetzten Texten sind bei mir eingegangen. Nach Abschluss des Kalenders sind Briefe und Karten in meinen analogen Briefkasten geflattert – und eine Anfrage, als Expertin auf einem digitalen Schreib-Summit teilzunehmen. Ich bin gespannt, wie es damit weiter geht.


Dafür bin ich 2025 besonders dankbar
Echte Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft, die mir wohlgesonnen sind. Sie waren dieses Jahr unbezahlbar. Während meiner Lungenentzündung hat mir eine Freundin notwendige (Handtücher) und gesundheitsfördernde Dinge (selbst gebackene Weihnachtskekse, Bücher) ins Krankenhaus geliefert, andere Nachbar*innen haben zuhause mein Krankenlager aufgebaut, meinen Kühlschrank gefüllt, Schmerztabletten in der Apotheke für mich abgeholt, Punsch und Suppe ins Dachgeschoss gebracht … Und meine Familie hat mich über Weihnachten aufgepäppelt, bekocht und beschmust. Danke!
Ich fühle mich außerdem bereichert durch unzählige schöne Begegnungen, Gespräche, Inspirationen und Erfahrungen im vergangenen Jahr. Tolle Aufträge haben mich in die Natur geführt, ich durfte viel Neues lernen, verreisen, kreativ arbeiten und hatte ausschließlich angenehme, motivierte und begeisterte Teilnehmer*innen bei meinen Schreibkursen. Ich freue mich, einige von euch im neuen Jahr wieder zu sehen!
Mein Ausblick auf 2026
Was ich 2026 anders (besser) mache
Ich mache gezieltere und längere Pausen. 2025 sind mir meine Aktivitäten und meine Begeisterung ein wenig aus dem Ruder gelaufen.
2026 arbeite ich noch konsequenter mit Fokuszeiten. Das bedeutet, dass mein Handy häufiger im Stumm-Modus sein wird. Aber keine Sorge, ich rufe zeitnah zurück, sofern mir eine Nachricht hinterlassen wird.
Meine 7 Ziele für 2026
- 2026 schreibe ich regelmäßig einen Newsletter und weitere Blogartikel (Ziel: 2-3 Artikel pro Monat).
- Ich finde mindestens einen neuen charismatischen Ort für meine Schreibwerkstätten. Solltest du einen Veranstaltungsort mit Seele kennen, z.B. ein Reetdachhaus, einen Leuchtturm, einen zum Seminarhaus umgebauten Bauernhof, eine Almhütte, eine Insel, die sich für eine Gruppe bis 10 Personen eignen… melde dich unbedingt bei mir unter kontakt@esther-niederhammer.de
- Ich plane den Umzug meiner Website zu einem anderen Hoster. Über meinen aktuellen Anbieter ärgere ich mich schon zu lange.
- Ich wandere mindestens eine weitere 3-4-Tages-Etappe Richtung Norden das Grüne Band entlang , zusammen mit meiner Schwester. Der Endpunkt 2025 wird zum Startpunkt 2026 (hinter Goslar, Höhe Helmstedt)
- Ich backe weiterhin mein eigenes Brot mit Sauerteig und erweitere mein Spektrum an Sorten.
- 2026 werde ich mein Wissen über Krähen bzw. die Familie der Rabenvögel insgesamt erweitern. Warum? Ich habe zum Jahreswechsel das Vogel-Orakel der Vogelguckerin gemacht und der erste Vogel, der mir am 1. Januar begegnet ist, war eine Krähe. Direkt danach habe ich eine Schwanzmeise und einen Graureiher gesehen, aber nur der erste Vogel zählt und wird zu einer Art „Jahresvogel“.
- Mein Motto für 2026 heißt: Zeig dich mutig und engagiere dich. Es lohnt sich.
So kannst du 2026 mit mir zusammenarbeiten
Auch 2026 übernehme ich wieder Reportagen, Porträts und journalistische Fachartikel. Meine thematischen Schwerpunkte sind Natur, Menschen, Pflege und Gesellschaft, aber ich erweitere meine Themenspektrum laufend. Anfragen gehen am besten per Mail an mich unter kontakt@esther-niederhammer.de
Ich habe eine Schreibreise konzipiert, die mich im April 2026 nach Nordspanien an den Jakobsweg führen wird. Gemeinsam mit einem Kollegen und Freund biete ich „Creative Writing auf dem Jakobsweg“ an. Aktuell sind noch 4 Plätze frei. Bist du dabei?
Du willst schreiben lernen oder deine Schreibfähigkeiten vertiefen und benötigst dazu Impulse? Dann bist du in meinen Schreibwerkstätten richtig. Die Kurse dauern meist 4 Stunden (Blockseminar)und finden an verschiedenen Orten in Deutschland statt. Aktuelle Infos dazu findest du fortlaufend auf meiner Website unter Schreibcoaching oder zusammen mit anderen Impulsen in meinem Newsletter.
Buche mich für eine Gruppe, die das Kreative Schreiben ausprobieren möchte. Von Kassel-Wilhelmshöhe aus fährt ein Zug fast überall hin. ☺️





8 Antworten zu “Jahresrückblick 2025: Sichtbarkeit und Lernen”
Liebe Esther, also 3 Kaffeehäuser in 20 Stunden ist schon sehr sportlich, aber es geht noch mehr! Dein Adventkalender hat mir den Advent versüßt und das eine oder andere Buch ist bei mir eingezogen. Ich hoffe, Du hast Dich wieder gut erholt (beschmust ist ein wunderbares Wort!) und vielleicht verschlägt es Dich mal wieder in Wien, dann schaffen wir gemeinsam 5 Kaffeehäuser! Alles Liebe und Gute für Dich im Neuen Jahr! Gudrun
Hallo du Blitzschreiberin! Schön, von dir zu hören und natürlich nehme ich die Herausforderung an, 5 Kaffeehäuser an einem Tag zu schaffen. Ich melde mich, wenn ich den nächsten Wien-Besuch plane und hoffe, dass du dann nicht gerade am anderen Ende der Welt bist. Was ja gut möglich ist… Ich freue mich auch zu hören, Gudrun, dass ein paar meiner Buchempfehlungen aus dem Adventskalender bei dir „eingezogen“ sind. Schreib mir gern, welches Buch dir besonders gefallen hat. Liebe Grüße und alles Gute für 2026! Esther
Liebe Esther,
was für ein ereignisreiches und spannendes Jahr für dich! Ich bin beeindruckt von all dem, was du 2025 erreicht hast. Das schafft manch einer nicht einmal in zwei Jahren. Dein Adventskalender war einfach großartig: Jeden Tag habe ich ihn voller Vorfreude erwartet und wie ein kleines Kind neugierig geöffnet. Der Inhalt war unbeschreiblich gut, informativ und ansprechend. Ich hätte es dir nicht übel genommen, wenn du ihn wegen deiner Genesung pausiert und erst danach wieder fortgesetzt hättest.
Ich bin wirklich froh, dass es deinen Blog gibt, in dem du auch ernsthafte Themen ansprichst, wie Gewalt gegen Frauen, Obdachlosigkeit und den Pflegenotstand. Besonders beim Thema Pflegenotstand kann ich mitreden, da ich einen pflegebedürftigen Vater zu Hause habe. Dieses Thema bereitet mir große Sorgen, da ich es hautnah erlebe.
Weitere spannende Projekte für mich waren: deine Vogelzählung und die Gemüseausstellung!
Ich freue mich auf deine Inspirationen und wünsche dir ein kreatives und gesundes neues Jahr.
Katrin
Liebe Katrin,
danke dir sehr für deinen so persönlichen und ausführlichen Kommentar! Du hast Recht, das war ein proppevolles Jahr. Wie viel da passiert ist (und ich mir aufgehalst habe), habe ich zwischendurch zwar durchaus mal gefühlt, aber erst beim Schreiben des Jahresrückblicks, als ich Projekte, Bilder und Zahlen ausgewertet habe, ist mir das ganz bewusst geworden.
Ich freue mich, dass du so regelmäßig mein Treiben (und Schreiben) verfolgst, auch meinen Newsletter abonniert hast. Mit Sicherheit gibt es bald die nächsten Impulse, ich bin dran…
Pflegesituationen sind herausfordernd. Ich wünsche dir viel Kraft, Geduld und Humor dafür. Deine kreative Arbeit ist sicher ein guter Ausgleich, ich gucke dir allzu gern über die Schulter dabei und freu mich auf weitere Blicke in dein Atelier.
Liebe Grüße,
Esther
Liebe Esther,
dein Rückblick erinnert mich so sehr an mein eigenes Jahr.
Ich bin seit Januar 2025 bei der TCS dabei. Zwischendurch habe ich mir die Frage gestellt, ob ich zu begeistert bin.
Die Menge an neuen Themen war aber auch ganz schön heftig. Dass du gleich beim Adventskalender mitgemacht hast, finde ich bewundernswert. Nach der Blogparade im Mai hatte ich erst mal genug, zumal meine Social Media-Aktivitäten auch erst einmal ausgebaut werden mussten und müssen.
Sichtbarer zu werden ist eine wunderbare Herausforderung, wie ich finde, der ich mich auch immer lieber stelle.
Freue mich, mehr von dir zu lesen.
Herzliche Grüße
Birgit
Liebe Birgit,
schön, dass wir auch hier verbunden sind! Gerade habe ich auch deinen Jahresrückblick gelesen. Wir haben wirklich so einiges gemeinsam … und die Reise geht weiter!
Der Adventskalender hat mir große Freude bereitet, aber gut, dass ich zuvor nicht wusste, wie viel Arbeit das wird. Dann hätte ich womöglich einen Rückzieher gemacht und diese tolle Erfahrung nicht machen können. Jetzt haben wir 11 Monate Vorbereitungszeit 😉
Ich wünsche dir einen wunderbaren Start ins neue Jahr und dass du deinen Zielen Schritt für Schritt näher kommst. Dein Jahresmotto ist großartig, finde ich! Das kann ich mir auch hinter die Ohren schreiben.
Herzliche Grüße,
Esther
Liebe Esther,
wow, was für ein toller Artikel – alles, was ich darin gelesen habe, bringt mich zu dem Gedanken, was für ein beeindruckender Mensch du bist.
Ja, das Thema Sichtbarkeit … ich kann deine Schilderungen so gut nachempfinden. Mir geht es ganz ähnlich: Wenn ich Zeit in der Sichtbarkeit auf Social Media verbracht habe, brauche ich Zeit für mich und am besten in der Natur, um wieder bei mir anzukommen und runterzufahren.
Was mich sofort eingefangen hat, ist das Windtelefon. Ich muss direkt mal recherchieren, ob es das in meiner Gegend auch gibt. Eine so wunderbare Idee.
Deine Fotos mag ich sehr, am liebsten das von deinem Lieblingsplatz in Kassel. Ich kann mir gut vorstellen, warum es dein Lieblingsplätzchen ist.
42 gelesene Bücher! Davon bin ich weit entfernt, obwohl ich eigentlich eine Leseratte bin. Seit meiner Selbstständigkeit fehlt mir zunehmend die Zeit zum Lesen – leider. Doch ich habe mir fest vorgenommen, wieder mehr davon in meinen Alltag zu integrieren. Die Buchthemen sind tatsächlich ähnlich, wie bei dir.
Was ich ganz wunderbar finde, ist, dass du die 3 Themen Gewalt gegen Frauen, Obdachlosigkeit und Pflegenotstand thematisierst. Es ist so wichtig, immer wieder zu sensibilisieren, nicht wegzuschauen, sondern nach möglichen Lösungen zu suchen … und seien sie auch noch so klein.
Also liebe Esther, ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen – sonst wird das hier ähnlich lang wie ein Blogartikel 😉 – dein Jahresrückblick 2025 ist dir sehr gelungen, er ist sehr inspirierend.
Ich freue mich schon sehr auf weitere Artikel und werde mich auch noch durch deine bisherigen Beiträge stöbern. Und auf deinen Newsletter bin ich jetzt schon sehr gespannt.
Für heute schicke ich dir liebe und winterlich verschneite Grüße.
Alles Liebe,
Britta.
Tausend Dank, Britta, für deine so positive Rückmeldung! Ich weiß es sehr zu schätzen, dass du meinen Artikel offenbar so gründlich gelesen hast und dir auch viel Zeit für einen Kommentar genommen hast!
Ich freue mich auf 2026 und hoffe auf viele schöne Momente und Begegnungen, online wie offline.
Alles Gute und herzliche Grüße, Esther