Keine Zeit zum Schreiben? Nur 7 von 44 fehlt sie wirklich

Titelbild mit dem Schriftzug „Wohin verschwindet deine Schreibzeit? 63 Antworten und eine fast gewonnene Wette“ - Ergebnisse einer Umfrage zu „keine Zeit zum Schreiben“

Ich hätte darauf gewettet, dass mindestens 80 Prozent der Menschen, die angeblich keine Zeit zum Schreiben haben, eigentlich ein ganz anderes Problem haben. 63 Antworten später weiß ich: Es sind 84 Prozent. Nur 7 von 44 Menschen, die gern schreiben würden, aber nicht dazu kommen, fehlt wirklich die Zeit. Gewonnen? Fast. Denn an drei Stellen lag ich auch daneben. Hier sind die Zahlen, die Stimmen und das, was mich überrascht hat.

Verlorene Schreibzeit – Das Wichtigste in Kürze

  • Nur 7 von 44 Menschen, die nicht zum Schreiben kommen, fehlt wirklich die Zeit (16 %).
  • 31 von 44 nennen innere Gründe: fehlenden Mut, Zweifel oder keine Idee, worüber.
  • Jede sechste Person weiß selbst nicht genau, was sie vom Schreiben abhält.
  • Alle 8, die am häufigsten über das Schreiben gelesen haben, kommen nicht zum Schreiben.
  • Verbindlichkeit hilft: 12 Personen nennen Gruppe, Kurs oder feste Termine mit anderen.

Die Idee zur Umfrage

Fast alle, mit denen ich über das Schreiben spreche, sagen früher oder später denselben Satz: „Ich würde so gern schreiben, aber ich habe einfach keine Zeit.“

Ich wollte wissen, ob es wirklich an der Zeit liegt oder ob da nicht auch andere Gründe im Spiel sind, wenn Menschen, die eigentlich schreiben wollen, nicht schreiben. Also habe ich die Umfrage „Wohin verschwindet deine Schreibzeit?“ durchgeführt.

Warum ich das wissen wollte

Als Schreibtrainerin versuche ich immer besser zu verstehen, was Menschen beim Schreiben ausbremst. In den Schreibkursen gelingt es – da schreiben alle konzentriert und sind oft ganz überrascht, was sie zustande bringen.

Ich wollte herausfinden: Wo kann ich noch mehr dazu beitragen, dass das individuelle Schreiben gelingt. Was benötigen Menschen, um ihre Freude am Schreiben gegen Ablenkungen im Alltag zu verteidigen und ihr Schreiben verankern zu können?

Und nicht zuletzt: Welche Tipps und Tricks für ein gelingendes Schreiben haben andere vielleicht bereits gefunden?

Wen ich gefragt habe

Zielgruppe für meine Umfrage waren Menschen, die gern schreiben oder schreiben möchten – ob es schon gut klappt oder noch nicht. Ich habe die Umfrage an mir bekannte, aber auch unbekannte Menschen gerichtet.

  • Leser*innen meines Newsletters
  • Teilnehmer*innen und Interessent*innen meiner Schreibwerkstätten
  • Kolleg*innen aus dem Journalismus und der Blogger*innenszene
  • Menschen auf der beruflichen Plattform LinkedIn
  • Nutzer*innen von Social Media und Messenger-Diensten (über Instagram, Facebook, WhatsApp-Status)

Art der Umfrage und Zeitraum

Die Umfrage war als Onlineumfrage mit dem Tool Tally aufgesetzt. Ich habe die kostenlose Version genutzt. Die Teilnahme war komplett anonym möglich. Es gab Ankreuzfragen und offene Fragen.

Knapp dreieinhalb Wochen lief meine Umfrage, vom 7. September bis 1. Oktober 2026. Zwei Nachzügler, die nach Ende der Laufzeit eintrafen, habe ich noch mit aufgenommen. Insgesamt haben 63 Personen geantwortet.

Für die Auswertung meiner Umfrage habe ich mich von KI unterstützen lassen (Claude, von Anthropic). Ich konnte schneller einen Überblick gewinnen und erfassen, welche Antworten in welche Kategorie gehören und welches die Kernergebnisse sind. Ganz am Ende habe ich Claude nochmal eingesetzt, um zu prüfen, ob ich alle Antworten wortgetreu und gemäß Freigabe zitiere.

Das ist keine repräsentative Erhebung, sondern eine Befragung in meinem eigenen Umfeld und über Netzwerke, darunter auch die Content Society von Judith Peters.

Gut zu wissen

  • 70 Prozent der Teilnehmer*innen haben schon einen Schreibkurs, eine Schreibreise oder einen Schreibwettbewerb mitgemacht (bei mir oder bei anderen Schreibtrainer*innen).
  • Teilgenommen haben auch Menschen, die sich grundsätzlich Zeit zum Schreiben nehmen, die aber gern noch regelmäßiger schreiben möchten.
  • Die meisten Teilnehmer*innen waren zwischen 46 und 75 Jahre alt.
  • Im Durchschnitt haben die Teilnehmer*innen 6 Minuten und 7 Sekunden für ihre Antworten benötigt.

Die Wette

Eine Hypothese als Startpunkt für die Umfrage

Meine Vermutung war, dass mindestens 80 Prozent der Menschen, die angeben, keine Zeit zum Schreiben zu haben, eigentlich ein ganz anderes Problem haben. Die Zeit ist da – sie verschwindet nur. In Social Media, in Serien, in tausend anderen Dingen.

Eine weitere Annahme war, dass es eine Einstiegshürde gibt oder Probleme, das Schreiben durchzuhalten. Auch dazu wollte ich mehr wissen.

Was rauskam? Die Richtung stimmt. Aber…

Manchen gelingt das Schreiben ziemlich regelmäßig. Von 44 Menschen, die gern schreiben würden, aber nicht dazu kommen, fehlt nur 7 wirklich die Zeit. 84 Prozent schreiben also aus anderen Gründen nicht. Hier steht, was die Zahlen belegen.

  • Netflix & Social Media sind nicht die Hauptverdächtigen. Nicht einmal ein Drittel der Betroffenen scrollt oder streamt, statt zu schreiben. Häufiger wird aufgeräumt, geputzt – oder über das Schreiben gelesen. Dazu gleich mehr.
  • „Kein Mut“ und „keine Kraft“ schlagen „keine Zeit“. Streng genommen nennen 70 Prozent einen inneren Grund für das Nicht-Schreiben. Weitere 11 Prozent sind schlicht erschöpft oder finden keine Ruhe.
  • Manche müssen sich gegen das Schreiben entscheiden, weil sie wirklich keine Zeit haben. Von den 8 Personen, die Zeitmangel als Hauptgrund nennen, gehören 7 zu den 44, die nicht zum Schreiben kommen. 6 von ihnen sind zwischen 46 und 60 Jahre alt und stecken mitten im Berufsleben. Das ist kein Motivations- oder Disziplinproblem, das ist Alltag.

Keine Zeit zum Schreiben? Nur 7 von 44 fehlt sie wirklich

Innere Gründe sind viel häufiger als Zeitmangel

44 von 63 sagen: „Ich würde gern schreiben, aber ich komme nicht dazu.“ Davon nennen nur 7 fehlende Zeit als Hauptgrund. 31 nennen einen inneren Grund: fehlenden Mut, Zweifel, ob es gut genug ist, oder keine Idee, worüber. Und gleichauf mit fehlendem Mut ist das die häufigste Antwort überhaupt: „Ich weiß es selbst nicht genau.“ So geht es 11 von 63 – jeder sechsten Person.

Die häufigsten Gründe für das Nicht-Schreiben

Hier ein Überblick über alle 63 Teilnehmer*innen. Auf meine Frage „Was hält dich vom Schreiben ab?“ gibt es zwei Antworten, die nebeneinander an der Spitze stehen.

GrundAnzahlAnteil
Mir fehlt der Mut/die Motivation, anzufangen1117 %
Ich weiß es selbst nicht genau1117 %
Ich zweifle, ob es gut genug ist914 %
Mir fehlt die Zeit, wirklich813 %
Trifft bei mir nicht zu813 %
Ich weiß nicht, wie/worüber ich schreiben soll610 %
Ruhe, Energie, Orte zum Schreiben fehlen610 %
Sonstige innere Gründe
(Einstieg, Impuls, Drang, Schreibkrise)
46 %

Was vermutlich jeder kennt

Mein Schreibtisch musste zunächst freigeräumt werden. Dann habe ich meine handschriftlichen Notizen durchgesehen und mich darin vertieft und verloren. Dann war die Zeit um, die ich mir fürs Schreiben genommen habe.

anonym

Mein Bleistift war gespitzt, die ersten Gedanken waren klar im Kopf und dann der Anruf : Kannst du bitte […] ? Klar, mache ich, ich bin ja nett.

Marie Anne

Ich sammle viele Inspirationen, weiß aber nicht, wo ich anfangen soll und wie.

Jörg

Das Arbeitsumfeld hat mich in der letzten Zeit sehr stark gefordert. Das Schreiben ist für mich immer wie eine Verlängerung dessen, daher suche ich nach Zerstreuung und nicht nach weiterer „Anstrengung“.

Norbert

Eine Schwierigkeit ist auch mein überirdischer Anspruch an mich selbst.

Mimi


Drei weitere Erkenntnisse aus meiner Umfrage

Ein Schreibkurs wirkt – solange er läuft

Kurse bringen Menschen ins Schreiben. Zuhause geht es aber nicht automatisch mit dem Schreiben weiter.

44 von 63 haben schon an einem Schreibkurs, einer Schreibreise oder einem Wettbewerb teilgenommen. 28 von ihnen kommen trotzdem nicht zum Schreiben. Wer mehrfach Kurse besucht hat, steht besser da: Hier sagen 58 Prozent „Ich komme nicht dazu“, bei den Kursinteressierten ohne Kurserfahrung sind es 87 Prozent. Und auf die Frage, was früher beim Anfangen geholfen hat, nennen 12 Personen eine Gruppe, einen Kurs oder einen festen Termin mit anderen. Zum Beispiel Ilka.

Verbindlichkeit. Das Schreiben in einer Gruppe, die sich zu festen Zeiten trifft.

Ilka

Wer über das Schreiben liest, schreibt noch lange nicht.

Über das Schreiben zu lesen, fühlt sich vielleicht an wie Schreiben. Ist es aber nicht.

8 von 63 haben in der Woche vor der Umfrage am häufigsten über das Schreiben gelesen: Bücher, Blogs, Ratgeber. Alle 8 sagen, dass sie nicht zum Schreiben kommen. Weitere 8 haben aufgeräumt oder geputzt, eine Person hat Schreibmaterial sortiert. Zusammengenommen sind diese „nützlichen“ Ersatzhandlungen genauso häufig wie Social Media, Serien und Lesen zur Entspannung: 18 zu 18.

Ich will keinesfalls vom Lesen abhalten, dafür wäre ich die komplett falsche Person. Um gut schreiben zu können, ist Lesen wichtig. Wer aber im Lesen „steckenbleibt“, hat keine Zeit mehr fürs Schreiben übrig. Ich erlebe immer wieder, dass zu viel Lesen eine Schreibblockade verursachen kann. Weil der Faden zum eigenen Tun reißt und weil der Anspruch ans eigene Schreiben ins Unermessliche wächst. Falls du gerade gegen eine Schreibblockade anliest, ist der erste Schritt: Schreib ein paar Zeilen. Ohne Anspruch. Konkrete Tipps findest du in meinem Artikel über das Lösen von Schreibblockaden.

Und ja, mir ist bewusst: Auch dieser Artikel ist ein Text über das Schreiben. Wenn du magst, pausiere jetzt und schreib 5-10 Minuten. Der Rest des Blogartikels wartet hier auf dich.

Nicht-Schreiben tut weh

Auf die Frage, woran die Nicht-Schreibenden im Alltag merken, dass sie eigentlich schreiben wollen, antworten mehrere mit Gefühlen: schlechte Laune, traurig, sauer, „fühle mich mies“. Das Nicht-Schreiben ist für viele kein neutrales Weglassen oder bewusstes Pausieren, sondern eine emotionale Belastung.

Ich bin traurig, dass ich meine Ideen nicht festhalten kann. Ich gerate in trübe Gedanken.

[eine andere] Birgit

Ich verurteile mich, weil ich so vielen anderen Projekten mehr folge.

Jörg

Auch ich kenne diese Tage, in denen ich nicht schreibe oder mit mir und meinen Schreibergebnissen so unzufrieden bin, dass die Laune kippt. Eine gute Seite haben aber genau diese Momente: Sie zeigen, dass dir das Schreiben wichtig ist. Und das ist eine gute Ausgangssituation für das künftige Schreiben.


Wie oft Menschen schreiben möchten, wann es klappt und welche Tipps eingingen

76 Prozent möchten mindestens mehrmals pro Woche schreiben

48 von 63 Personen (76 %) würden gern mindestens mehrmals pro Woche schreiben, 23 davon sogar täglich. So hoch wäre ich in meiner Schätzung nicht gegangen. Aber die Zahlen zeigen, dass der Wunsch nach dem Schreiben bei vielen Menschen sehr stark ist.

Ich werde mir überlegen, welche Angebote ich Betroffenen im kommenden Jahr machen kann, damit Schreiben für noch mehr Menschen Realität werden kann. Mehr dazu am Ende.

Schreiben klappt, wenn Schreibzeit nicht verhandelbar ist

Manchmal hilft auch eine gewisse Menge an Druck, um sich hinzusetzen und tatsächlich zu schreiben. Abgabetermine helfen der Motivation auf die Sprünge. Das wissen alle, die beruflich schreiben und zum Prokrastinieren neigen. Auch in meiner Umfrage habe ich dazu Stimmen gehört. Zum Beispiel von Marion.

Am meisten helfen mir Termine, auf die andere warten […] Auch ein öffentliches Commitment wirkt bei mir. Wenn ich mein Projekt im Newsletter angekündigt habe und in jeder Ausgabe ein Update gebe, schreibe ich.

Marion, gluecksuniversum.de

Eine andere Variante der Nicht-Verhandelbarkeit zeigt Gabi. Schreiben hat bei ihr eine so hohe Priorität, dass sie dabei keine Kompromisse macht. Sie schreibt jeden Tag, so selbstverständlich wie Zähneputzen. Und wenn sie mal nicht schreibt, fehlt ihr was.

Ich bin mir wichtig, also nehme ich mir die Zeit – egal, was kommt.

Gabi, gabi-kremeskoetter.de

Und es hilft, wenn man den Anspruch herunterfährt. Dann schreibt man einfach trotz allem und kommt ins Tun. Ohne täglich neu zu bewerten, ob Stimmung, Thema oder gewählte Worte passen. So wie Silvia. Indem sie überhaupt schreibt, sorgt sie für Entwürfe, die zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet werden können.

Letzte Woche habe ich an sechs von sieben Tagen geschrieben. Ich finde es absolut nicht überzeugend, was ich schreibe und wie ich schreibe, mir ist eigentlich vor allem wichtig, dass ich es überhaupt tue.

Silvia

Was hilft: Tipps von Teilnehmer*innen

Es gibt viele Tipps, die sich ums Schreiben drehen. Ich selbst habe mal einen Blogartikel veröffentlicht, in dem ich meine 7 besten Tipps für Schreibanfänger aufgeschrieben habe. Hier will ich aber gern noch Impulse und Stimmen Raum geben, die über die Umfrage bei mir ankamen. Henk hat ein sehr schönes Bild gefunden, das ich gern teile.

Ein Word-Dokument zu öffnen – ist wie Schuh anziehen vor dem Laufen.

Henk

Der erste Satz. Einfach den ersten Satz schreiben. 

anonym

Ich habe den ganzen Tag meine Schreibkladde mit mir herumgetragen. Irgendwann habe ich dann reingeschrieben.

anonym

Die Pomodoro – Methode. Aufräumen kann ich gut 25 [Minuten] verschieben, das ist nicht schlimm. Manchmal funktioniert es.

Kristina

Die Pomodoro-Methode kommt aus dem Zeitmanagement. Aufgaben werden klar formuliert und in 25-Minuten-Einheiten bearbeitet. Die Methode stammt von Francesco Cirillo (Ende der 1980er).


Was ich trotz 63 Antworten auf meine Umfrage noch nicht weiß

  • Was steckt hinter „Ich weiß es selbst nicht genau“? Jede sechste Person kann ihre Hürde nicht benennen. Das würde ich gern genauer verstehen.
  • Wie viele Personen haben schlechte Erfahrungen oder schlechte Erinnerungen ans Schreiben in Schule oder Beruf? Das würde ich beim nächsten Mal noch zusätzlich abfragen.
  • Sind Jüngere stärker betroffen? Alle 9 Teilnehmer*innen zwischen 30 und 45 kommen nicht zum Schreiben. Ich vermute, dass genau in dieser Zeit Karriereschritte und Familienverpflichtungen die entscheidende Rolle spielen. Für eine echte Aussage ist die Gruppe aber zu klein.
  • Fehlen Ideen – oder sind es zu viele? 12 Personen beschreiben, dass ihnen Gedanken und Sätze im Kopf herumschwirren und dann verschwinden. Christina von deinkoerper-deinweg.de schreibt: „In meinem Kopf reihen sich die Sätze aneinander. Sie wollen raus, aber wenn ich dann vor dem Laptop sitze, verstecken sie sich.“

Was du aus meiner Umfrage mitnehmen kannst: Gib deinem Schreiben Raum und Priorität

Wenn du deinen Schreibwunsch ernst nimmst, findest du den Schlüssel für Beständigkeit im Schreiben. 11 Teilnehmer*innen nannten Ruhe, Alleinsein oder weniger Verpflichtungen als Voraussetzung, darunter Petra und Mascha von maschas-buch.blogspot.com. Andere suchen gezielt feste Zeiten und Schreibroutinen, um ins Schreiben zu kommen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

  • Schreiben findet statt, wenn du dir die Zeit dafür nimmst – und nicht darauf wartest, dass Zeit dafür übrig bleibt. Insofern ist Schreiben vergleichbar mit Sport und Meditation. Es muss fest im Alltag verankert sein und wiederholt werden, bis es ganz natürlich ist und sogar fehlt, wenn es mal ausfällt.
  • Verbindlichkeit hilft, um beim Schreiben dranzubleiben. Das zeigen die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen, die mindestens an einem Schreibkurs teilgenommen haben oder sich mit anderen zum Schreiben verabreden. Sie bleiben eher dran.
  • Erst schreiben, dann lesen. Denn Lesen kann dich sehr effektiv vom Schreiben abhalten und eine subtile Vermeidungsstrategie sein.
  • Druck raus oder Druck rein? Für Silvia funktioniert das eine, für Marion das andere. Probier aus, was dich ins Schreiben bringt. Und wenn du zu viel Druck im Leben oder im Beruf hast, nutze das Schreiben gezielt, um Druck abzubauen. Assoziere frei vor dich hin, nur für dich selbst und ohne Zielvorgabe.
  • Wenn du das nächste Mal nicht schreibst und dich deswegen schlecht fühlst, mach dir kurze Notizen: „Ich schreibe heute nicht, weil …“ Ehrlich, ohne Bewertung. Nach einer Woche weißt du mehr über deine Hürde. Und ganz nebenbei hast du geschrieben.
  • Wann immer möglich, geh spontanen Impulsen nach. Wenn du nicht sofort schreiben kannst, notiere die wichtigsten Gedanken in eine Kladde oder in dein Handy. Dann ist der Gedanke gesichert und der Einstieg ins Schreiben gelingt später leichter.
  • Verlass dich nicht allein auf die Inspiration. Regelmäßiges Schreiben hat sehr viel mit Schreibroutinen und der Entscheidung zum Schreiben zu tun. Schaff dir gute Bedingungen: Ruhe, feste Zeiten, Kontakt zu Gleichgesinnten.

Ich habe eine Gegenfrage erhalten

Sollte deiner Meinung nach jeder Mensch schreiben?

Claudia

Ich bin ins Grübeln gekommen, meine erste Antwort lautet: Nein, nicht jeder muss schreiben. Es gibt Menschen, die einfach nicht besonders sprach-affin sind. Anstatt zu schreiben, knobeln oder handwerkeln sie lieber, sehen sich Filme an, brauchen Sport oder Musik oder drücken sich durch Zeichnen, Malen, Fotografieren oder Tanzen aus.

Meine zweite Antwort lautet: Ja! Nach meiner Erfahrung ist Schreiben eine bereichernde Beschäftigung für fast jede Person. Es selbst einmal neu auszuprobieren, kann eine ganz kostbare Erfahrung sein. Für Geübte, Ungeübte, Alte, Junge, Arme, Reiche. Warum? Schreiben ist niedrigschwellig und preiswert. Ein Zettel, ein Stift. Dann kann es losgehen. Manchmal verändert das Schreiben alles. Es wandert etwas auf das Papier, was zuerst überrascht und dann plötzlich vieles erklärt oder in Gang bringt. Zu den schönen Aspekten und Nebenwirkungen des Schreibens plane ich einen separaten Blogartikel.


Und jetzt?

Die Auswertung geht weiter

Um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, habe ich nur die wichtigsten Punkte behandelt. Ich werde die Rückmeldungen zur Umfrage aber noch genauer auswerten und das ein oder andere Thema noch separat in meinem Blog behandeln. Bleib also gern in Kontakt und sieh mal wieder auf meiner Website vorbei.

Du darfst dir was wünschen

Ich bin mitten in der Planung für das nächste Jahr und konzipiere auch neue Schreibangebote für 2027. Du darfst dir was wünschen! Was könnte für dich und dein regelmäßiges Schreiben hilfreich sein? Ein digitales Angebot? Co-Writing-Sessions? Ein Jahreskurs, der dich im Schreiben begleitet? Ich bin offen für Ideen zu Formaten, Textsorten und auch Themen. Vielleicht kann ich genau dein Wunsch-Format oder Wunsch-Thema im kommenden Jahr anbieten. Schreib mir einfach.

Hol dir Impulse

Vielleicht gehörst du zu jenen, die einen Impuls zum Schreiben brauchen und ab und zu etwas rund ums Schreiben hören möchten. Dann könnte mein Newsletter etwas für dich sein. Er kommt aktuell 1-2 Mal pro Monat. Zusätzlich sammle ich gerade Ideen für die zweite Auflage meines digitalen Adventskalenders.

Esther Niederhammer lächelt in die Kamera – Einladung, ihren Newsletter zu abonnieren

Last but not least

Danke an alle 63 Personen, die sich entweder namentlich oder anonym Zeit für meine Umfrage genommen haben. Viele haben mir auch auf die offenen Fragen geantwortet. Diese Antworten waren sehr wertvoll für mich.

Danke auch an alle, die ganz unabhängig von ihrer Teilnahme diesen Artikel gelesen haben. Für viele von uns ist die Zeit immer knapp, daher empfinde ich deine Aufmerksamkeit als nicht selbstverständlich.

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